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Stadtjugendpflege der Stadt Buchholz in der Nordheide

Schlagwort

Methoden

Beteiligungsformen (von Jugendlichen)

Hier werden die unterschiedlichen Abstufungen der Beteiligung aufgezeigt und einige Methoden zur Beteiligung.

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Selbstdarstellung auf Online-Landkarten

Vor dem Aufsuchen der Treffpunkte und Aufenthaltsorte Jugendlicher ist es sinnvoll, sich mit Irfanview, Audacity, Ejay/Music Maker, Animoto, YouTube, Google Maps auseinanderzusetzen und mit den Programmen zu experimentieren. Irfanview, Audacity, Ejay und Animoto sind intuitiv erlernbare Programme, für den Einsatz innerhalb medienpädagogischer Projekte sind keine umfangreichen Schulungen notwendig.

Irfanview (Bildbearbeitungsprogramm) sowie Audacity (Tonschnittprogramm) können aus dem Internet heruntergeladen werden. Beide Softwareprodukte ermöglichen grundlegende Arbeitsschritte wie das Verkleinern eines Bildes oder das Zuschneiden einer mp3-Datei.

 

Animoto ist eine englischsprachige Online-Anwendung, was bedeutet, dass eine Internetverbindung und ein Browser auf dem Laptop benötigt werden. Selbst wenn das Programm in englischer Sprache verwendet wird, sind aufgrund der visuellen Darstellung und der einfachen Wortwahl (‚produce clip’) bereits Kinder in der Lage, damit zu arbeiten. Mit Animoto können aus Fotos, Videoclips und Musik Videos erstellt werden. Nach dem Einloggen können aus einer angebotenen Sammlung Fo- tos bzw. Videoclips ausgesucht werden. Auch das Hochladen selbst erstellter Fotos bzw. Videoclips ist möglich. Danach steht eine Sammlung mit Audiospuren zur Verfügung, alternativ können auch mit Ejay produzierte Stücke verwendet werden. Mit einem abschließenden Mausklick auf einen Button wird der Bilder- bzw. Videoclip produziert. Es sind keine Übergänge oder Blenden selbst einzustellen, die generiert Animoto automatisch.

Ejay oder Music Maker sind erschwingliche Programme, um selbst Musik zu produzieren – ohne Notenlesen. Viele Jugendliche kennen Ejay von ihrem Mobiltelefon. Aus einer Sammlung von Samples für Bass, Stimme und je nach Version auch Gitarre (Rock Ausgabe) können einzelne Elemente mit der Maus in eine Tonspur gezogen werden. Durch das Anklicken einer Schaltfläche können die bausteinartigen Samples als mp3- Dateien exportiert werden.

Für die spätere Projektarbeit sind Accounts bei Google Maps, YouTube und Animoto anzulegen. Abhängig von der Anzahl der Notebooks empfiehlt es sich, die Emailadressen am besten bei Google einzurichten, weil mit dieser Mailadresse alle Online-Anwendungen verknüpft werden können.

Nach dem Anlegen einer Online-Landkarte (nur auf einem Google Maps-Account, da später nur eine Landkarte gemeinsam genutzt wird), ist darauf zu achten, dass die Akkus der Notebooks, der Digitalkameras und Mikrofone aufgeladen sind.

Ausgestattet mit den genannten mobilen Medien kann die Stadtteilbegehung erfolgen. Um zu lange Strecken zu vermeiden, sind Kenntnisse über Aufenthaltsorte Heranwachsender vorteilhaft (evtl. schon vor dem mobilen Medienprojekt eine Stadtteilbegehung durchführen).

Da das Aufsuchen Jugendlicher in ihrem Sozialraum ein im Gegensatz zu institutionsgebundenen Medienprojekten stehendes pädagogisches Vorgehen und Selbstverständnis erfordert, verhält sich die Medienpädagogin und der Medienpädagoge an den Treffpunkten der Jugendlichen wie ein ‚Gast‘. Die Projektdurchführenden sollten sensibel und empathisch auftreten, um eine vertrauensvolle Atmosphäre und Beziehung zu den möglicherweise auch unbekannten Jugendlichen aufzubauen und um sie nicht zu verdrängen.

In der Regel sorgen die mit Medien ausgestatteten Durchführenden für Aufmerksamkeit und die Heranwachsenden erkundigen sich nach dem Vorhaben (wichtig: Auf die Veröffentlichung der Medienproduktionen im Internet und damit verbundene Chancen wie auch Risiken hinweisen!). Zeigen die Jugendlichen kein Interesse können die Pädagoginnen und Pädagogen ihr Anliegen beschreiben und am Notebook (am besten vorher schon hochfahren) die Online-Landkarte, das Bilder-clipprogramm oder die Tonschnittsoftware präsentieren.

Viele Jugendliche werden Interesse zeigen, das Mikrofon in die Hand nehmen und umgehend Breakbeats aufnehmen. Stellen die Heranwachsenden sich nicht ohnehin schon im Rahmen der Sprechgesänge vor, erkundigen sich die Projektdurchführenden, wie sie sich und ihr Leben beschreiben würden oder was sie auszeichnet bzw. typisch für sie ist. Dabei sollte wiederholt auf das Speichern der Dateien hingewiesen werden. Möchten viele Jugendliche an dem Projekt teilnehmen, kann an einem anderen Notebook die Produktion von Videoclips veranschaulicht werden.

Sehr schnell werden die Heranwachsenden sich selbst und ihre Kompetenzen bzw. die Tätigkeit, denen sie an diesem Treffpunkt nachgehen, darstellen. Während der Medienproduktionen erzählen die Jugendlichen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen an diesem Ort und es bedarf lediglich der Aufmerksamkeit bzw. gelegentlicher Nachfragen der Projektdurchführenden, um Ideen, Vorschläge oder Wünsche der jungen Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner wahrzunehmen. Steht noch Zeit zur Verfügung, stellen die Projektteilnehmenden ihre Medienproduktionen nacheinander auf die zuvor angelegte Online-Karte. Dazu speichern sie die Tonaufnahmen als mp3-Dateien im dafür vorgesehenen Webspace und setzen auf der Google Map einen Pin. (Per Klick auf das ‚Pin-Icon’ kann eine Stecknadel gesetzt und mit der URL-Adresse der mp3-Datei versehen werden)

Für die Animoto-Bilderclips sind die Fotos auf den Computer zu übertragen, zu verkleinern (eine Größe von 640 x 480 Pixel ist für Animoto völlig ausreichend). Nach dem Hochladen der Fotos zu Animoto, können die Jugendlichen entweder selbst produzierte oder in einer Sammlung vorhandene Musik auswählen. Möchten die Heranwachsenden eigene Lieder erstellen (mit Ejay/Music Maker) kann auch nachträglich noch am nächsten Projekttag die Musik geändert werden. Um die Videoclips auf Google Maps zu setzen, müssen diese zu YouTube exportiert werden (die von Animoto erzeugten Codes werden leider nicht von Google Maps erkannt, daher der Lösung über YouTube). Abschließend kopieren die Jugendlichen den eingebettete Code aus YouTube und fügen ihn in einen neu gesetzten Pin ein.

Um die multimedialen Eigenproduktionen auf der Online-Landkarte als direkte und authentische Beteiligungsmethode zu nutzen, ist eine Abschlusspräsentation mit Entscheidungsträgern für die Sozialraumentwicklung bzw. -planung oder die Präsentation in einem Ausschuss (z.B. Ortsbeirat, Stadtteilkonferenz) sinnvoll. Zur Anerkennung des jugendlichen Engagements und der Methode der mobilen Jugendmedienarbeit ist der Austausch und das Aufsuchen der Jugendlichen durch die Vertreterinnen und Vertreter der Ausschüsse und Entscheidungsträger anzustreben.


Zielgruppe

  • Jugendliche

Eingesetzte Medien

  • Foto
  • Video
  • Audio
  • Web
  • Mobile
  • Games

Ziele

  • Reflexion
  • Exploration
  • Artikulation

Varianten, Erweiterungen, Modulationen

Im Rahmen des Projektes WI4YOU  haben die medienpädagogischen Fachkräfte die Jugendlichen nicht an ihren Treffpunkten aufgesucht. Um ihre Aufenthaltsorte zu zeigen, haben die Projektteilnehmenden ihre Plätze fotografiert. Mit dem gesammelten Datenmaterial kehrten sie zurück in die Einrichtung und stellten die Fotos, Tonaufnahmen und Bilderclips auf eine Online-Landkarte.

Darüber hinaus können Jugendliche mit einer Online-Landkarte auch andere für sie interessante Orte wie Beratungsstellen aufsuchen und diese auf einer Google Map festhalten.

Die Mobilfunktechnologie hat sich inzwischen weiter entwickelt, so dass mittlerweile vielfältige Applikationen zur Verfügung stehen, die auch Notebooks ersetzen können (etwa mobile Anwendungen, die ein direktes Hochladen von einem Foto auf eine Karte ermöglichen).

Tipps & Tricks

Durch das Aufsuchen der Jugendlichen an ihren Treffpunkten werden Heranwachsende erreicht, die in die Jugendeinrichtung nicht oder nur selten gehen. Zudem zeigten sich die Projektteilnehmenden gegenüber dem medienpädagogischen Angebot offen, nur vereinzelt wurde eine Teilnahme abgelehnt. Die Mehrheit der Heranwachsenden hatte Zeit sowie Lust, multimediale Selbstnarrationen zu produzieren und nahmen an allen ‚Angebotstagen‘ teil. Die Medienproduktion an unkonventionellen Orten wie der Straßenecke oder der Parkbank sorgte für Aufmerksamkeit im Stadtteil. Passantinnen und Passanten sowie Anwohnerinnen und Anwohner gingen auf die Jugendlichen und die pädagogischen Mitarbeitenden zu. Auf diese Weise entwickelten sich Gespräche und ein Austausch zwischen Jugendlichen und Erwachsenen entstand.

Schwierigkeiten

Im Rahmen der mobilen Jugendmedienarbeit ist das Dilemma des Freiraums der Jugendlichen zur Selbstentfaltung und pädagogischer Impulse besonders ausgeprägt. So ist die Balance zwischen der Zurückhaltung und dem Zugehen auf die Jugendlichen entscheidend, da sich die Projektdurchführenden in den Sozialraum der Jugendlichen begeben. Diesen Ort haben die Heranwachsenden möglicherweise gewählt, um unter sich zu sein und nicht auch noch von Erwachsenen, insbesondere von Pädagoginnen und Pädagogen, gestört zu werden.

Zu bedenken ist darüber hinaus, dass Google Maps ein kommerzieller Anbieter ist. Doch kann mit der Nutzung kommerzieller Applikationen eine lebenswelt-orientierte Auseinandersetzung erfolgen und die Heranwachsenden können ihre Lebenswelt und ihre Mediennutzung kritisch reflektieren (das Mediensystem Google hinterfragen und den Umgang mit persönlichen Informationen überdenken).

Wie bei allen Outdoor-Aktivitäten spielt auch bei der mobilen Jugendmedienarbeit das Wetter eine wichtige Rolle. Zum einen halten sich Jugendliche bei heißem, kaltem oder regnerischem Wetter selten draußen auf. Zum anderen sind die technischen Geräte empfindlich bzw. ist bei zu starker Sonneneinstrahlung das Displaybild kaum zu erkennen.

Feedback

Die Jugendlichen begrüßten das Aufsuchen der sozialen Fachkräfte an ihren Treffpunkten und das ausschließlich ihnen angebotene medienpädagogische Projekt. Um Beteiligungsprojekte mit Wirkung zu initiieren, sind im Vorfeld Entscheidungsträger sowie Ausschüsse anzufragen und die Heranwachsenden zu informieren.

Wie bereits erwähnt hat sich die Mobiltechnologie weiter entwickelt und begünstigt eine mobile Jugendmedienbildung (vor allem geringere und leichtere Medienausstattung).


Checkliste

  • Ein bis zwei Stunden
  • Outdoor-Kleidung, ‚gutes‘ Schuhwerk
  • vorteilhaft sind Ortskenntnisse über die Aufenthaltsorte Jugendlicher im Stadtteil (zwei Projektdurchführende)
  • Umhängetaschen oder kleiner Handwagen für den Medientransport
  • Irfanview, Audacity, Ejay/Music Maker, Animoto, YouTube zur Produktion der audiovisuellen Selbstnarrationen, Google Maps zum Präsentieren der Eigenproduktionen auf einer Online-Landkarte und Webspace zum Speichern von Fotos oder Tondateien, da Google Maps nur ein Referenzsystem ist, also keinen Speicherplatz ‚direkt‘ zur Verfügung stellt

Links & Material

Unter www.sozialraum.de/mobile-jugendmedienbildung-im-stadtteil.php wird die mobile Jugendmedienbildung im Stadtteil als eine Methode virealer Sozialraumaneignung beschrieben.


About

Name Verena Ketter
Institution 
Amt für Soziale Arbeit Wiesbaden, Jugendabteilung wi&you
E-Mail medienpaedagogik@wiesbaden.de

Homepage www.wiandyou.de

wi&you

Die Jugendabteilung im Amt für Soziale Arbeit ist in drei Sachgebiete aufgeteilt: (1) Schöne Ferien, (2) Bilden, Beteiligen, Kinder- und Jugendkultur (3) Kinder-, Jugend- und Stadtteilzentren. Das Sachgebiet ‚Bilden, Beteiligen, Kinder- und Jugendkultur’ hat keine eigenen Räume und auch keine Besucherinnen und Besucher. Infolgedessen finden Kooperation mit den Kinder-, Jugend- und Stadtteilzentren, der Schulsozialarbeit, den Kindertagesstätten, Schulen und freien Trägern statt. Die Hauptzielgruppe sind Kinder und Jugendliche aus strukturell benachteiligten Lebenslagen.

Verena Ketter

ist seit 1999 als Medienpädagogin in der Kinder- und Jugendarbeit tätig (Dipl.-Sozialpädagogin (FH), Master of Arts in Media Education). In der Jugendabteilung wi&you im Amt für Soziale Arbeit Wiesbaden führt sie seit 2008 handlungsorientierte Medienprojekte mit Kindern und Jugendlichen durch. Darüber hinaus qualifiziert sie soziale Fachkräfte. Hauptinteresse: Exploration und Erproben von Medientechnologien für die Jugendarbeit (Autorenprogramme wie Mediator, Social Web, Mobiltechnologie).

QR-Code Ralleys in der Jugendarbeit

Der Einsatz von QR-Codes mit internetfähigen Handys bietet komplexe Möglichkeiten zur Gestaltung mobiler Lernszenarien. Dabei bilden ein WordPress-Blog, ein E-Mail-Konto sowie zielgruppenspezifische Fragestellungen die Grundlagen einer QR-Code-Rallye.
Organisation und Durchführung

QR-Code-Rallyes können je nach Route, Thema, zeitlichem Rahmen sowie der Zielgruppe spezifisch geplant werden. Am Anfang sollte definiert werden, welcher Bildungsinhalt vermittelt werden soll und welche Medien dazu ihren Einsatz finden können. Anhand der Inhalte können passende Orte gesucht und recherchiert werden. Von besonderem Interesse sind im urbanen Raum vor allem Wirkungsstätten bekannter Persönlichkeiten, Sehenswürdigkeiten oder historisch oder themenspezifisch relevante Orte. In der Natur, sind es überwiegend natürliche Wegmarken und geografische Besonderheiten, die zu einer Route verbunden werden können. Empfehlenswert ist, Teilnehmende bereits in die Planung der Bildungsroute mit einzubeziehen.

Personelle Ressourcen müssen sowohl für die Organisation der Rallye, als auch für die Durchführung gut geplant werden. So werden beispielsweise für die Einweisung in die Technik und je nach Komplexität einzelner Stationen auch Stationsbetreuer benötigt. In jedem Fall muss während der gesamten Durchführung der Rallye eine Kontaktperson zur Verfügung stehen, also mindestens telefonisch erreichbar sein.

Ideenumsetzung und Detailplanung

Wenn passende Standorte recherchiert wurden, müssen vertiefende Informationen über diese beschafft werden. Dazu bedarf es manchmal der Kontaktaufnahme zu Ansprechpartnern, die an den Standorten als Koordinatoren oder selbst als Akteure bei der Vermittlung des jeweiligen Bildungsinhaltes helfen oder bei der Durchführung einer Aktion bzw. Lösung einer Aufgabe unterstützen.

Bildungsrouten kann man prinzipiell in jede Umgebung legen. Es ist darauf zu achten, dass die Aufgaben stringent, eindeutig und verständlich ausgestaltet sein müssen.Die Aufgaben werden auf einem WordPress-Blog angelegt, so dass sie unterwegs mit dem Smartphone über die QR-Codes abgerufen werden können.

Mit WordPress (freie Software, einfach zu bedienen, flexibel) können Weblogs mit einem mobilem Theme erstellt werden. Dieses Theme ermöglicht, das Blog für mobile Endgeräte (Smartphones) verfügbar, schneller und besser lesbar zu machen. Komplexer zu verwalten, aber dennoch ebenfalls nutzbar sind einfache HTML-Websites.

Mit Hilfe des Plugins Formidable können auf einfache Weise Multiple Choice- Formulare erstellt und auf dem Blog eingebunden werden. Die kostenpflichtige Version von Formidable Pro bietet darüber hinaus zusätzliche Auswertungsfunktionen und ersetzt somit eine andernfalls notwendige Weiterverarbeitung dieser Formulare per E-Mail. Sind alle Aufgaben auf der Website eingestellt, werden die entsprechen Links zu den Fragen als QR-Codes umgewandelt werden.

Auf verschiedenen Websites kann man kostenfrei die zweidimensionalen Codes generieren, die mittlerweile ein jeder zumindest unbewusst, auf Fahrscheinen des Öffentlichen Personenverkehrs oder auf Werbeschildern schon einmal gesehen hat. Man kann verschiedene Inhalte wie Text, Anrufinformationen, Links, SMS und Visitenkarten damit verschlüsseln. Die verschlüsselte Visualisierung, der QR-Code, kann im Anschluss, in verschiedenen Qualitäten, von der Website heruntergeladen werden.

Für den Zweck der MedienRallye werden die jeweiligen Websitelinks, welche zu den entsprechenden Aufgaben führen, als QR- Code umgewandelt werden. Diese können im Anschluss dann auf ein Plakat, ein Banner, eine Postkarte oder ein Stück Papier gedruckt werden.

Hat man alle QR-Codes vorbereitet, kann mit der Routenplanung bzw. Verteilung der QR-Codes begonnen werden. Wenn man das Spiel so konzipiert, dass sich die Gruppen nicht begegnen sollen, ist darauf zu achten, in der Planung keine Gruppe zu benachteiligen!

Ein Probelauf ist unerlässlich. Erst die Praxis offenbart die Tücken der Details.

Die letzte Phase der Vorbereitung beinhaltet eine Prüfung der Technik sowie die Herstellung eines verwendungsfähigen Zustandes. Geräteanleitungen müssen bereitgestellt, die QR-Codes angebracht sein. Wenn beabsichtigt ist, Videos und Fotos, die während der Rallye entstanden sind, zu veröffentlichen ist es zwingend erforderlich, das Einverständnis zur Veröffentlichung von Bildmaterial der Teilnehmenden bzw. deren Erziehungsberechtigten einzuholen.

Durchführung QR-Code-Rallye

Einweisung in die Technik
Erläuterung des Ablaufs
Gruppeneinteilung, ggf. Einteilung von Verantwortlichen
Vergabe Gruppennicknames
Stationsbetreuer beziehen ihre Position
Teilnehmende üben an einer Probestation den Umgang mit dem Smartphone

Die Teilnehmenden laufen nach Orientierungskarte die einzelnen Stationen ab und suchen die entsprechenden QR-Codes. Wenn sie diesen gefunden haben, können sie mit der App QR-Code Scanner diesen QR-Code scannen und werden mittels des hinterlegten Links auf die entsprechende Seite mit der Frage geleitet. So könnte beispielsweise mit der App Camcorder ein Kurzfilm gedreht werden, mit dem Voice recorder Interviews mit Passanten oder Experten geführt werden. Mit der App Camera 360 können beispielsweise Fotocollagen gemacht oder spezielle Bildbearbeitungseffekte wie Sepia oder Comic angewendet werden. Auch eine Recherche zu einem bestimmten Thema im Internet ist über den vorinstallierten Browser möglich.

Haben die Teilnehmenden ihre Aufgabe erledigt, wird das ausgefüllte Formular bzw. die Datei unter Angabe des Gruppennicknames an das eingerichtete E- Mail-Konto übermittelt. Diese Daten können dort von der Kontaktperson mit Hilfe von Filtern und Labels gruppiert und aus- gewertet werden.

Auswertung

Am Ende der Rallye sollten sich alle Gruppen inklusive Kontaktperson, Betreuerinnen und Betreuer et cetera wieder treffen, um die Aktion auszuwerten. Die Auswertung lässt sich besonders gut gestalten, wenn alle medial entstandenen Produkte und Kommentare während der Aktion auf einem Weblog bereits zusammengeführt wurden und im Anschluss gemeinsam angeschaut, präsentiert und ausgewertet werden. Durch die langfristige Verfügbarkeit von medialen Ergebnissen im Internet, können diese auch für die Teilnehmenden und andere Interessierte langfristig zugängig gemacht werden.

Zielgruppe

Kinder
Jugendliche
Fachkäfte
Geschlechter
Eingesetzte Medien

Foto
Video
Audio
Web
Mobile
Ziele

Reflexion
Artikulation
Varianten, Erweiterungen, Modulationen

QR-Code-Rallyes können sehr vielfältig gestaltet werden. Durch verschiedene inhaltliche Schwerpunksetzungen, kann mit verschiedenen Zielgruppen thematisch gearbeitet werden. Der Einsatz von zusätzlichen Geräten wie einer Digitalkamera kann dazu führen, dass Bilder und Videos in möglicherweise höherer Qualität erzeugt werden können. Zudem kann dadurch eine Rol- lenverteilung innerhalb der Gruppe besser gewährleistet werden.

Der Einsatz von GPS-Geräten führt da über hinaus dazu, dass die Gruppe in ihrer Orientierungsfähigkeit geschult wird. Große Stärke von QR-Rallyes ist jedoch, dass sie auch indoor eingesetzt werden können, wo GPS nicht funktioniert. Auch bei Rallyes mit Handys, die über keinen Internetzugang verfügen, können QR-Codes eingesetzt werden. In diesem Fall können diese als reine Informationsträger für multimediale Aufgaben an den Stationen einer Rallye dienen.

Beispiel: Auf einem Blatt Papier ist eine Vielzahl von QR-Codes gedruckt. Hinter diesen befinden sich verschiedene Schlagwörter. Aus diesen müssen die Teilnehmenden dann eine Story für einen Kurzfilm, ein Fotocomic oder einen Reim entwickeln.

Tipps & Tricks

Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat sich die QR-Code-Rallye als eine sehr erfolgreiche Methode dargestellt. Der Einsatz von Smartphones wird von der Zielgruppe als spannend und neuartig angesehen und nimmt einen eindeutigen Bezug zu deren Lebenswelt auf. Die Erfahrung des kreativen Umgangs mit Smartphones reizt Kinder und Jugendliche. Sie beginnen, das technische Gerät selber auszuprobieren und dieses spielerisch kennen zu lernen.

Der Spielcharakter der Methode sollte unbedingt auch in der Umsetzung des Spieles Beachtung finden. So ist es für die Teilnehmenden herausfordernd, sich in einen Wettkampf zu begeben. Dies bedeutet, dass man ein individuelles Punktesystem entwickeln muss, welches Anwendung findet. Die Vergabe des Preises kann dann den Höhepunkt der Auswertung bilden.Der Einsatz von Smartphones ist sehr unmittelbar und mobil möglich. Das Gerät gibt die Möglichkeit, sowohl vielfältige Medienprodukte zu erstellen, als auch gleichzeitig mit der Kontaktperson, als auch mit anderen Gruppen innerhalb des Spieles in Kontakt zu bleiben.

Besonders umfassende Bildungsprozesse regt die Integration von Teilnehmenden in die Vorbereitung und Organisation einer QR-Code-Rallye an. Die Beteiligten lernen zielgruppengerecht Themen und Inhalte (etwa für ihre Klasse) aufzubereiten und sich mit der Übernahme von Organisationsaufgaben, zu strukturieren, Verantwortung zu übernehmen. Aufgrund der zunehmenden Nutzung von QR-Codes für Werbezwecke im öffentlichen Raum an Werbetafeln oder Lichtmasten ist es wichtig, die QR-Codes an den Stationen eindeutig hervorzuheben, um Irritationen zu vermeiden.

Schwierigkeiten

Der Vorteil von QR-Code-Rallyes ist, dass die Codes auf dynamische Websites oder Weblogs verlinken. Auf diese Weise können die Inhalte der Website bzw. des Weblogs jederzeit verändert und ausgetauscht werden, ohne, dass sich der QR- Code verändert. Die Vorbereitung einer QR-Code- Rallye nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Wenn Sie die Methode gut finden und daher gern viele Rallyes durchführen möchten, ist daher anzuraten, langfristig auf standardisierte Rallyes zurückzugreifen. So ist es ratsam mindestens einen der Faktoren Route, Thema und Zeit konstant beizubehalten (Baukastensystem). So können je nach Konstante die anderen Faktoren daran angepasst werden und müssen nicht wieder neu vorbereitet werden.

Der Einsatz von technischen Geräten birgt auch Problempotentiale. So ist beispielsweise darauf zu achten, dass sich die Akkus von Smartphones bei intensivem Gebrauch schnell entladen. Es ist daher sinnvoll, den Gruppen jeweils einen Ersatzakku, bzw. ein Ladegerät mitzugeben. Nichts ist demotivierender, als nicht funktionierende Technik!

Um an spannenden Themen arbeiten zu können, finden QR-Code-Rallyes häufig auch im Freien statt. Den Teilnehmenden ist daher vorab dringend mitzuteilen, dass auf bequeme und wetterfeste Kleidung zu achten ist.

Feedback

Die aktive, spielerische und sinnliche Art sich mit urbanem Raum und Natur auseinander zu setzen, sowie neue Orte in der bekannten oder unbekannten Umgebung zu entdecken, wurde von den Teilnehmenden bisher als sehr positiv gespiegelt.

Auch die Erfahrung von Gruppenarbeiten und demokratische Aushandlungsprozesse und der Notwendigkeit nur gemeinsam zum Ziel kommen zu können, empfanden alle als positiv und spannend.

Besonders der Bezug zur Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen durch den Einsatz von Alltagsgeräten wie eben Smartphones sowie die Umnutzung von Alltagserscheinungen wie QR-Codes, wurde interessiert angenommen und eröffnete neue Blickwinkel darauf.

Links & Material

Die Grundlage der QR-Code-Rallye bildet der Einsatz von Smartphones, welche nicht in jeder Bildungseinrichtung zwangsläufig vorhanden sind.

Ausleihe von Geräten: http://www.edunauten.net

Die Edunauten sind bundesweiter Ansprechpartner für Schulen, außerschulische Jugendeinrichtungen und andere Bildungsträger, die im Bereich Outdoor Lernerlebnis aktiv werden möchten. Sie bieten neben einem Geräteverleih von Smartphones, GPS-Geräten und Tablets auch Fortbildungen und Beratung an.

QR-Code-Rallye im Kontext:
Die Methode der QR-Code-Rallye ist im Kontext des mobilen Lernens zu verstehen.
Zu diesem Thema gibt es verschiedene weiterführende Informationen.

http://www.medialepfade.de

Agentur für Medienbildung die hauptsächlich im Bereich des mobilen Lernens neue Konzepte entwirft und ausprobiert. Darüber hinaus werden Fortbildungen für Fachkräfte angeboten.

http://www.educache.de
pb21.de/tag/educaching/

Educaching: Ortsbezogene Lernprozesse mit Unterstützung von GPS-Daten durch den Einsatz von GPS-Geräten.

About

Name Almuth Frommhold
Institution Mediale Pfade
E-Mail almuth.frommhold@medialepfade.de
Homepage http://www.medialepfade.de

Mediale Pfade

Agentur für Medienbildung. Beratung, Konzeption und Durchführung von Aktionen und Fortbildungen. Mit Schwerpunkt auf politischer Bildung entwickeln wir in den Bereichen „Mobiles Lernen“, „e-Partizipation“ „Games“ und „Medienkunst“ innovative Konzepte, um neue mediale Pfade des Lernens und der Beteiligung zu begehen.

Almuth Frommhold

lebt in Dresden und ist freie Medienpädagogin. Sie arbeitet seit 2010 für Mediale Pfade sowie für das Medienkulturzentrum Dresden. Schwerpunkt der Tätigkeit sind Organisation und Durchführung von medienpädagogischen Projekten im Bereich mobiles lernen, Film und Multimedia, die Konzeption und pädagogische Leitung verschiedener zielgruppenspezifischer Geocaching-Projekte mit dem Fokus auf die Einbindung von Multimedia und Stadtraumerfahrung.

Teens-Talk, mit Jugendlichen Radio machen

Hier von der Seite medienpädagogik-praxis eine sehr gute Anleitung für ein Radiogespräch:

Über Buchholz.fm ist ein solches Gespräch auch in den Schulen möglich.

 

Teens-Talk: Diskussion im Radio

"Teens-Talk in der Medienpädagogik" 1. Vorbereitung
Die Betreuerinnen und Betreuer treffen sich eine Stunde vor dem Start. Sitzmöglichkeiten, Mischpult, Mikros und Stative werden aufgebaut.

2. Start
Sechs Jugendliche treffen sich mit den Betreuerinnen und Betreuern. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wird ein teens talk ausprobiert; die Themen werden per Brainstorming und Gruppenwunsch ermittelt. In Rotation können alle Jugendlichen unterschiedliche Rollen testen (Moderation, Diskutierende). Zwischen den Rollenwechseln wird kurz reflektiert: Was ist gut gelaufen an der Diskussion? Warum (nicht)? War das Thema für eine Diskussion geeignet? Warum (nicht)? Ergebnisse festhalten.

3. Themenfindung
Anschließend an eine kurze Pause geht es an die Themenfindung für die ausführlichere Diskussion. Worüber wollen die Teilnehmenden diskutieren? Hier gilt es ein Thema zu finden, mit dem sich möglichst alle identifizieren können. Im Idealfall findet man ein spezielles, eventuell auch aktuelles Thema, das die Jugendlichen gerade besonders interessiert und das auch ein gewisses Potenzial an Kontroverse birgt, damit es tatsächlich zu einer Diskussion kommen kann. Gemeinsam mit den Jugendlichen wird erarbeitet, welche Subthemen sich aus dem Hauptthema ergeben (z.B. Hauptthema =„Taschengeld“. Mögliche Subthemen wären „Verhältnis zu Eltern“, „Auswirkungen auf Freundeskreis und Freizeitverhalten“, „Selbstständigkeit“ et cetera). Wichtig ist uns, dass es eine ‚echte‘ Diskussion wird und keine Satireshow oder ein Rollenspiel (etwa fiktive Charaktere diskutieren über das gerade erfundene Heilmittel gegen Krebs).

4. Rollenfindung
Steht das Thema fest, kommt es zur Rollenfindung. Wer möchte moderieren? Wer möchte diskutieren? Wir sehen die Rolle der Moderation übrigens nicht so streng hinsichtlich ‚Objektivitätsgebot‘. Um an der Diskussion teilnehmen zu können, ist es der Moderation gestattet, ebenfalls eine Meinung zu äußern. Sind die Rollen gefunden, wird die Gruppe geteilt. Eine Betreuerin oder ein Betreuer bereitet sich gemeinsam mit der Moderation vor (Fragen überlegen, Fragen in eine thematisch geblockte Reihenfolge bringen, Grundlagen der Moderation im Radio besprechen), während sich alle anderen zusammensetzen, zum Thema brainstormen (etwa mit Fragen wie: „Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Thema gemacht?“, „Was ist mein Standpunkt zu dem Thema?“), Grundregeln der Diskussion im Radio besprechen (aussprechen lassen, aber gleichzeitig auch ermutigen, mal ins Wort zu fallen. Achtung: die Jugendlichen sollten in dieser Vorbereitungsphase noch nicht zu intensiv diskutieren, sonst fehlt die Energie bei dem eigentlichen talk.).

5. Aufnahme
Start der Aufnahme, bei sechs Teilnehmenden reicht es je nach Gruppe und Thema für etwa 15 bis 30 Minuten. Nach einer kurzen Pause wird reflektiert. Für die Jugendlichen ist der teens talk nach einer kurzen Feedbackrunde zu Ende.

6. Reflexion
Die Betreuerinnen und Betreuer hören kurz in die Aufnahme hinein und passen mögliche Lautstärkenunterschiede an, greifen aber inhaltlich nicht mehr in die Diskussion ein. Diese bleibt im Wesentlichen so, wie sie aufgenommen wurde (Kürzungen bzw. Schnitt von Passagen, die für die Jugendlichen unvorteilhaft wären, sind in Ordnung).

7. Ausstrahlung
Der teens talk wird möglichst im freien Radio ausgestrahlt und auf der Website/Blog veröffentlicht.

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

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